Ist Lesen ohne Freude kontraproduktiv?

Vom Lesemuffel zur Leseratte – oder wenn lesen Freude macht

Ist Lesen ohne Freude kontraproduktiv?

In den letzten zehn Jahren habe ich Unmengen von Büchern verschlungen. Ausgerechnet ICH – die das Lesen bis dahin so ganz und gar nicht mehr interessiert hat.

In der Schulzeit fand ich es immer ganz schrecklich eines dieser gelben Reclam-Hefte als Hausaufgabe lesen zu müssen, nur um mich anschließend in der Schule beim Vorlesen richtig schön zu blamieren. Es war immer mehr gestottert, als gelesen. Damals war ich sehr weit entfernt von fließend lesen oder dem Ansatz einer Betonung der Sätze.

Heinrich von Kleist: Der zerbrochene Krug

Im Leben werde ich dieses Reclam-Heft nicht vergessen, denn es hat mein ganzes Denken in Bezug auf das Lesen damals verändert. Ich empfand es als eine Qual, weil mir diese Geschichte einfach keinerlei Freude gebracht hat. Ganz im Gegenteil – es hat mich so sehr gelangweilt, so dass es für mich einfach nur ein sehr schwerer Brocken war, denn ich schlucken musste, nur weil der Lehrstoff es so vorsah. Mit dem Ergebnis, dass ich für mich derzeit beschlossen habe ‚Lesen ist voll scheiße!‘

Man liest viel zu viel geringe Sachen, womit man die Zeit verdirbt und wovon man weiter nichts hat. Man sollte eigentlich immer nur das Lesen, was man bewundert.
Johann Wolfgang von Goethe

Mehr als 25 Jahre blieb ich beharrlich bei meiner einst getroffenen Aussage. Es gab scheinbar kein einziges Buch in der Welt, dass meine Meinung wieder revidieren konnte.

Lesen kann auch heilsam sein!

Doch es kam zum Glück anders! In der Zeit meiner Depressionen tauchte ich anhand von verschiedenen Büchern aus dem Bereich Fantasie, in eine andere Welt ein. Diese Welt mir das Leben damals etwas leichter – zumindest für den jeweiligen Moment. Plötzlich kam die Freude beim Lesen wieder zurück und ich verschlang ein Buch nach dem anderen, bis ich schließlich auch bei Büchern aus dem Mittelalter landete.

Durch meine Depressionen kam ich schließlich zu sehr vielen Themen bezogenen und teils auch spirituellen Büchern, die mir eine große Stütze waren und mir auch sehr viel Mut machten und Kraft gaben. Am Ende habe ich selbstständig einen Weg aus dieser Krankheit gefunden und das Lesen mit Freude und Begeisterung ist bis heute geblieben.

Lesen, ein Weg ins Leben!
Manfred Hinrich
Das Zitat von Manfred Hinrich trifft auf mich tatsächlich zu. Es vergeht inzwischen kein Tag mehr, an dem ich nicht mindestens zehn Minuten ein Buch in der Hand halte und lese.

Es gibt wirklich so wundervolle Bücher, die auch ein zweites oder drittes Mal von mir gelesen werden. Dennoch ist es sehr wichtig, seine Erfahrungen im Leben selbst zu machen und sich seine Wahrheit auch selbst zu bilden. Ein Buch kann gewiss aufmuntern, heilsam sein, zum Denken anstoßen, einen zum Lachen bringen und manchmal eine gewisse Richtung weisen – aber unser Leben spielt sich nicht in einem Buch ab.

Weswegen liest du gerne mal ein Buch?
Könntest du dir ein Leben ohne Bücher vorstellen?
Magst du lieber ein Buch in der Hand oder bevorzugst du schon das E-Book?
Gibt es in deinem Leben ein Buch, dass dich in irgend einer Form bereichert hat?

Über ein paar Worte und deine Meinung in Bezug auf Bücher und das Lesen würde ich mich wirklich sehr freuen, zumal ein Blog von einem gewissen Austausch lebt, der es erst interessant macht.

Alles Liebe,
Lill ♥

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