Stille im Innen & Außen

Stille – oder ein Leben auf dem Land

Stille im Innen & Außen

Im Moment genieße ich bei den täglichen Spaziergängen mit dem Hund die wundervolle Stille des Februar. Kaum eine Menschenseele ist bei den im Augenblick eisigen Temperaturen und dem oft recht beißenden Wind auf den Wiesen und Feldern unterwegs. Nur in den Weinbergen trifft man jetzt öfter auf die Wengerter (Winzer), die ihre Rebstöcke zurückschneiden und hochbinden – die etwas andere Art der Meditation.

Diese Spaziergänge sind für mich immer wieder die Momente, in denen mir sehr bewusst wird, wie gut es mir geht und an welch einem schönem Platz auf der Erde ich dieses Leben leben darf. Denn hier kann man immer wieder aufs Neue viel Kraft auftanken – fernab von all dem Lärm und der stetigen Hektik die ein Leben in der Stadt mit sich bringt.

Die Natur reicht uns die Hand der Freundschaft, sie lädt uns ein, damit wir uns an ihrer Schönheit erfreuen;doch wir fürchten ihre Stille und fliehen in die
wo wir uns zusammendrängen wie eine Herde Lämmer beim Anblick des Wolfes.
(von Khalil Gibran)

Im Strudel der Stadt

Vor einigen Tagen war ich beim Augenoptiker, um mir eine neue Brille anpassen zu lassen. Schon auf der Autobahn fiel mir wieder einmal das Gehetze und Gedränge, zusammen mit übertrieben hohen Geschwindigkeiten auf. Im Einkaufszentrum wurde all das abgelöst von einer Menschenmenge voller Rastlosigkeit, sowie Ruhelosigkeit, gepaart mit viel Ungeduld. Überwiegend sah ich dabei in sehr müde, teils verbissen oder traurig wirkende Gesichter.

In solchen Augenblicken fällt es mir oft noch etwas schwer ganz bei mir selbst zu bleiben, um mich nicht von diesem Trubel überfluten zu lassen. Wenn ich mir meiner Selbst in diesen Momenten nicht klar bewusst werde, ist es wie ein unsichtbarer Sog.

Ruhelosigkeit

Sobald ich davon mitgerissen werde, spüre ich es kurz darauf schon als deutlich schnelleres Herzklopfen, weniger Energie und einem Gefühl von Beklemmung. Übrigens einer der Gründe, warum ich vermutlich zu einer von wenigen Frauen gehöre, die Einkaufen nicht auf ihrer Hitliste stehen hat.

Im Grunde habe ich sehr viele Jahre immer Orte gemieden, an denen viel unschönes geschehen ist oder die mit großen Menschenmengen in Verbindung stehen. Der Ursprung dieses Verhaltens hat mit der Domplatte in Köln zu tun – als ich dort die Energie spürte und ich völlig aus meinem Gleichgewicht geriet, weil ich plötzlich so viel Leid und Schmerz spürte. Damals hatte ich noch keinerlei Ahnung davon, was das zu bedeuten hat – es machte mir nur Angst.

Da solche Art Angst einen sehr an seinem Tun hindert, sowie das Leben einschränkt und in dem Fall auch kein guter Ratgeber ist, überwinde ich mich immer öfter. Dabei gebe ich mich dem Ganzen hin und versuche bei den ersten Anzeichen von Unbehagen in meinen Körper hineinzufühlen, um ganz bei mir zu sein.
  • Macht dich der Trubel und die Hektik in der Stadt nervös?
  • Bleibst du bewusst genug, um dich nicht von der Menge mitreißen zu lassen?
  • Hast du bestimmte Plätze und Orte, an denen du neue Kraft schöpfen kannst?
  • Kannst du Stille lange aushalten, oder brauchst du immer eine Geräuschkulisse?
Schönes Wochenende
und alles Liebe,
Lill ♥

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