Hochsensibilität - Erleben und Empfinden - Natur und die Stille

Hochsensibilität – Erleben und Empfinden

Erleben und Empfinden

An dieser Stelle möchte ich ausdrücklich betonen, dass ich hier mein ganz persönliches Erleben und Empfinden mit der Hochsensibilität beschreibe, ohne mich an irgendwelche Studien, Statistiken oder ‚was auch immer…‘ zu halten! Es gibt zudem ganz verschiedene Ausprägungen von Hochsensibilität.

Wenn Du meinen ersten Beitrag zum Thema „Hochsensibilität“ gerne zuerst lesen möchtest, so findest Du diesen Post unter: Hochsensibilität – die Gedanken

Reaktion auf Menschenmengen & Energien
Große Menschenmengen und all die Energien, die an belebten, teils beengten Orten vorhanden sind, machen mir körperlich und geistig schwer zu schaffen. Ich verliere schnell an Energie, werde schlagartig müde und mir wird manchmal auch übel, begleitet von einem sehr einengenden Gefühl im Oberkörper.

Reaktion auf Geräusche
Bestimmte Geräusche sind für mich nur schwer zu ertragen. Extrem reagiere ich auf die Signaltöne der Feuerwehr, Polizei und noch schlimmer auf den Krankenwagen. An manchen Tagen empfinde ich auch Stimmen, Schritte, schließende Türen und klapperndes Geschirr als sehr störend. Einzig Geräusche natürlicher Art, wie Wind, Regen, Vogelstimmen und Donner scheinen mich nicht zu stören.

Reaktion auf Schmerzen
Mein Empfinden und Erleben jeglicher Schmerzen ist scheinbar stärker ausgeprägt. Gerade beim Zahnarzt zeigt es sich sehr deutlich bei einer einfachen Zahnstein-Entfernung oder der professionellen Zahnreinigung. Da beginnt schließlich auch der Kreislauf verrückt zu spielen, so dass ich dafür entweder zwei Termine benötige oder eine Betäubungsspritze in Kauf nehmen muss. Einer, von zwei Gründen, weswegen ich wohl so eine große Panik vor Zahnarztbesuchen habe.

Reaktion auf Weltgeschehen & Filme
Durch die Sinne neige ich leicht zu Irritationen, sowie einem schnellen Konzentrationsmangel. Es kommt bei mir sehr häufig zu einer extremem Reizüberflutung. Gerade Nachrichten (Zeitung, Radio, Fernsehen, Internet) und Filme von Gewalt, oder mit zu viel Action und Drama, lassen mich innerlich starr und vollkommen verkrampft werden. Immer wieder merke ich in solchen Situationen, wie ich meinen gesamten Körper komplett anspanne.

Reaktion auf Familie, Freunde & Bekannte
Grundsätzlich liebe ich das Beisammensein mit Familie, Freunden & Bekannten. Doch durch das empathische Empfinden (vor allem bei Themen wie Krankheit, Schlagzeilen, Dramas etc.) wird mir oft alles recht schnell zu viel und ich fühle mich wie erschlagen davon. Teils weil es mir an gedanklicher und emotionaler Abgrenzung fehlt und ich sozusagen ohne einen Filter durchs Leben gehe. Wie ein Schwamm sauge ich alles ungefiltert auf. Innerhalb weniger Sekunden zieht es mir dadurch den Boden unter den Füßen weg. Das Gesicht verliert an Farbe, die Augen werden glanzlos, der Körper verspannt und ich sinke förmlich in mich zusammen.

Reaktion auf Tiere
Geht es unserem Hund aus irgend einem Grund mal nicht so gut, so merke ich es sofort und mir geht es von Minute zu Minute schlechter. Doch ist es mir in solchen Momenten nicht möglich, mich zurückzuziehen. Ich weiß um all die Themen wie Tiertransporte, oder Tierquälerei und vieles mehr, doch inzwischen kann ich nicht mehr hinsehen oder etwas darüber lesen. Da leide ich sprichwörtlich ‚wie ein Tier‘. Es betrifft übrigens auch alle Tiere, die es in der freien Natur zu finden gibt.

Alles offen – voller Hoffnung und nicht ziellos

Inzwischen weiß ich, dass meine einstige lange und sehr depressive Phase, sowie meine Verlustangst und die frühere Sucht nach Alkohol damit in einer engen Verbindung stehen. Schade, dass ich so lange die Augen verschlossen habe und diesen stetigen Ruf vor lauter Angst und Eitelkeit überhört habe. Mein persönliches ZIEL – die Hochsensibilität komplett ins Leben zu integrieren und nicht weiter im Verdrängungs- und Abwehrmodus verhaftet zu bleiben – Schritt für Schritt.

Warum ich öffentlich über Hochsensibilität schreibe?

Der Hauptgrund ist, es nicht mehr länger zu verdrängen und zu unterdrücken, denn dadurch wurde es all die Jahre nur intensiver und ich war dadurch oft auf Rückzug programmiert. Ein weiterer Grund ist, dass ich anderen Menschen damit Mut machen möchte, mehr in sich selbst hinein zu sehen und seinem Inneren zu lauschen. Denn leider assoziieren noch immer viele das Wort „Hochsensibilität“ mit Schwäche und Labilität. Nur wenn ich etwas mit anderen Menschen TEILE, kann eine Verbindung und Hilfe entstehen.

An dieser Stelle könnte ich noch lange weiter schreiben, denn da ist viel mehr zu erzählen, in welchen Momenten es mich noch trifft und niederschlägt. Doch alles in diesem Beitrag unterzubringen ist unmöglich. Somit beendet ich das Thema für heute, lasse es mir aber offen, jederzeit noch mehr darüber zu schreiben.

Natürlich würde ich mich über einen Austausch mit Dir sehr freuen.
Ansonsten wünsche ich Dir nun alles Liebe,
Lill ♥

Weitere Beiträge die Dir gefallen könnten:

5 Replies to “Hochsensibilität – Erleben und Empfinden”

  1. Lill, du Liebe – ich lese deine Worte und meine Augen werden feuchter und feuchter, so hast du mich berührt.
    Davor saß ich auch schon mit feuchten Augen, weil ich an dem nächsten Post arbeite und das Thema, mein Thema, ist wie bei dir,
    das Verdrängte ins Bewusstsein zu holen. Aus dem Schatten ins Licht der Öffentlichkeit, den es zerrt an uns so lange, solange die dunkle Macht
    des Schattens seine Krallen darauf festhält.

    Hier, in der Bloggerland hast du meine volle Unterstützung! Du wirst merken, oder vielleicht merkst du jetzt schon, wie zurückgehaltene Energien,
    wenn sie das richtige Ventil finden, wie wunderbar sie dir zur Verfügung stehen.
    Plötzlich scheint alles anders zu sein, weil die Verdrängungsmechanismen keine Funktion und keinen Sinn mehr finden und erfühlen müssen.
    Was für eine wunderbare, helle, pulsierende Lebenskraft dich nährt und unterstützt!

    Große Menschenversammlungen und die Energien dort sind mir auch ein Gräuel. Und wenn es so laut und zu durcheinander laut wird, das geht gar nicht.
    Die Signaltöne der Feuerwehr, Polizei und den Krankenwagen – das ist das aller schlimmste, wenn ich meine Ohren nicht „zumachen“ würde,
    würde mein Kopf explodieren. Und ich wohne in der Nähe des Krankenhauses in der Großstadt!

    Thema Reizüberflutung – bei mir läuft nie Hintergrundmusik oder der Fernseher. Nur dann, wenn ich es direkt höre oder sehen möchte.
    Andererseits, wenn ich in etwas sehr vertieft bin, kann ich alles in Außen ausblenden.

    Das mit dem „wie ein Schwamm sein“ kenne ich nur zu gut. Von der Astrologie weiß ich, dass das der Neptun in der Nähe meines Aszendenten ist,
    der Planet der Grenzeinlosigkeit und Barmherzigkeit.
    Mittelweile gelingt mir das, Grenze zu setzen, sich selbst zu schützen und „nein“ zu sagen immer besser.

    Schreibe unbedingt weiter darüber, liebe Lill, du wirkst merken, oder vielleicht merkst du jetzt schon, dass das was du fürchtetest,
    dir Kraft spendet! Das Monster hat so lange Kraft über uns, solange wir wegschauen.
    Schauen wir hin, spüren wir die daraus kommende Kraft!

    Alles Liebe, deine Grażyna

  2. Liebe Grażyna,
    lieben Dank, dass Du mir deine Gedanken zu dem Thema so wundervoll mitgeteilt hast. Ich danke Dir ebenso für deine Unterstützung, die ich sehr zu schätzen weiß. Im Moment bin ich gerade an einer sehr hartnäckigen und schmerzenden Grenze angekommen und daher fühle mich im Moment nicht einmal in der Lage, einen neuen Blogbeitrag zu schreiben.

    Alles Liebe und Dir einen wundervollen Tag, Lill

  3. Danke liebe Lill für diese Mitteilung! Kommunikation ist so wichtig, auch wenn das nur ein paar Worte sind, danke.
    Einen neuen Blogeintrag zu schreiben ist keine Pflicht. Bleibe bei dir in deinen geschützten Raum, lass dich von der Natur umarmen und umarme dich selbst.
    Spüre die Natur und spüre dich selbst. Grenzen, die wir wahrnehmen sind auch Wegweiser und es ist auch sinnvoll, darauf zu hören.
    Stehen zu bleiben, einfach zu sein und die Kräfte zu sammeln.
    Fülle dich sanft umarmt, deine Grażyna

  4. Liebe Lill, irgendwie schaffe ich es nicht, dass ich Nachrichten von Deinen Posts bekomme.

    Gerade jetzt ist mir Dein Blog spontan in den Sinn gekommen und ich dachte, ich sehe mal bei Dir nach.
    Eine Weile habe ich mich zurückgezogen aus der virtuellen Welt, nicht aus Schutz oder sonstigen Gründen, ich hatte schlussendlich nur eine „Nullbock-Phase“. Dazu kommt, dass im Moment so unendlich viel zu tun ist bei mir, dass die Zeit für Auszeiten sehr rar sind.

    So komme ich zu Deinem Thema:

    Ich mag nicht gerne kategorisieren und schubladisieren und den Dingen einen modernen Namen geben. Für mich hat jede Ausprägung des Lebens seinen Sinn und seine Berechtigung, selbst wenn es finstere und unschöne Begebenheiten sind, oder Erfahrungen, die mit Schmerz und Verdrängung verbunden sind.
    Schlussendlich dient alles der Entwicklung und der Bewusstwerdung und leider läuft es auf diesem Planeten unter der Rubrik Holzhammermethode. Sonst wacht Mensch nie auf, was wiederum nicht schlimm wäre, denn ich glaube eben, dass alles so sein muss wie es ist.

    Das wiederum anzunehmen ist ein Schlüsselmoment schlechthin für mich. Und ich habe sehr lange gebraucht, um es zu erkennen und noch länger, um es zu akzeptieren und ich bin noch nicht restlos damit fertig.

    Lange Zeit ging es mir so wie Dir, wobei ich mich nicht als hochsensibel im klassischen Sinn – da sind wir wieder bei der Schublade – bezeichnen möchte. Ich nehme sehr viel wahr, lese viel zwischen den Zeilen, spüre Energien sehr gut, es passiert ganz vieles ganz spontan, wo ich hinterher die Bestätigung meiner Wahrnehmung bekomme.
    Ich bin aber sehr froh, dass ich schon seit längerem mich auch sehr gut abgrenzen kann. Und Menschenmengen, volle Kaufhäuser, Städte, verursachen keine Beschwerden mehr. Ich gehe da durch, ohne berührt zu werden, bzw. nehme mir das, was ich brauchen kann und das andere lass ich an mir vorbei ziehen.

    Es ist ein wahrer Schatz, wenn Menschen so sind wie Du, ich glaube, sie machen die Welt tatsächlich zu einem besseren Ort, weil die Kommunikation mit den nicht sichtbaren Welten da ist und das Zusammenspiel mit ihnen.

    Und mal ganz ehrlich, ich finde den Austausch mit Dir und den Gleichgesinnten so viel inspirierender, energetischer, bereichernder, als wenn ich am Tisch mit nörgelnden, dem Mainstream und der Politik hinterher grölenden Artgenossen sitze. Wobei – wie schon erwähnt, auch sie sind Teil des Spiels und dienen der Erkenntnis.

    In diesem Sinne ein wundervolles Wochenende und nimm diesen Teil des Lebens als Geschenk und Gabe, die vielen verschlossen bleibt.

    Herzensgrüße Veronika

    1. Liebe Veronika,
      ganz vielen lieben Dank fürs Teilen deiner Gedanken . Es bedeutet mir sehr viel, so ein Austausch mit Menschen, die nicht in Schubladen und Kategorien denken. Vieles konnte ich nur durch solchen Austausch in meinem Leben verändern. Nicht auf die Art ‚Mach mal…‘ sondern im Sinne von reinem, echtem und ehrlich offenem Austausch miteinander. Ich finde alles in mir selbst, doch manchmal hilft es auch einen klitzekleinen Impuls von Außen zu bekommen. Es sind die Momente, die von mir keine Spuren im Sand hinterlassen, weil ich ein kleines Stück getragen werde – durch Menschen wie Dich. Danach fällt das Laufen wieder etwas leichter und die Spuren im Sand sind wieder deutlich erkennbar. Deshalb ist ein es so wunderschön, wenn Gleichgesinnte einander finden und inspirieren. Dafür vielen lieben Dank.

      Alles erdenklich Liebe,
      Lill ♥

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Top