Schlüssel zum Glück

Glück – die Suche am falschen Ort

Auf der Suche nach dem Glück

Mehr als das halbe Leben lang war ich immer mehr oder weniger auf der Suche nach Glück. Damit gehörte ich nachweislich zu der Mehrheit von Menschen, denen es ebenso ergeht.

Der größte Teil strebt sehr offensichtlich nach Glück und sucht es im Außen. Das ist wirklich nicht schwer zu erkennen. Aber kaum einem ist es bewusst oder möchte sich das ehrlich eingestehen – und den Anderen gegenüber schon gar nicht.

Immer wenn ich gerade etwas von diesem bisschen Glück verspürte und wahrgenommen habe, hat es sich sofort wieder in NICHTS gewandelt und meine kurze Freude und das Hochgefühl wurden anschließend wieder zu Sorgen, Probleme, Kummer und einer Art Traurigkeit. Das Glück war einfach niemals festzuhalten und auch nur von sehr kurzer Dauer an meiner Seite.

Ich glaubte damals tatsächlich immer wieder aufs Neue, dass nur ein paar Dinge in meinem Leben anders laufen müssten, um mich rundum glücklich fühlen zu können. Mein Versuch, hier und da an verschiedenen Schräubchen zu drehen, auch in Bezug auf Partner, Geschwister, Freunde und Bekannte schlug jedoch immer fehl, denn es veränderte sich nichts, nur weil ich es eben genau so wollte oder wünschte.

Ganz nebenbei wurde ich zu einem vollkommen übertriebenen Konsument. Ich ging sozusagen dem festen Glauben auf den Leim, wenn ich dieses und jenes Produkt haben würde, JA DANN würde ich ganz gewiss glücklich sein. So stapelten sich Schuhe, Kleider, Beautyprodukte, Dekorationsartikel und unzählige Bastelartikel. Und all das möchte natürlich auch gepflegt und gebraucht werden – heißt, auf der Suche nach Glück habe ich mir zusätzlich mehr Arbeit zugefügt. Doch das Glück, die Wertschätzung, Dankbarkeit und die Freude darüber waren innerhalb weniger Tage längst verflogen oder gerieten in Vergessenheit. Erneut stand ich am Anfang und nichts hatte sich geändert!

Das soll jetzt jedoch keinesfalls heißen, dass man sich nichts mehr gönnt. Das ist völliger Quatsch! Nein, es geht mehr darum, sich öfter einmal bewusst zu machen, dass es ein Trugschluss ist, dass all diese Objekte der Begierde oder ein anderer Mensch einem das Glück & Glücklich sein erschaffen kann. Damit macht man sich lediglich abhängig von den äußeren Umständen. Allein durch die allumfassende Vergänglichkeit und dem steten Wandel ist es nicht möglich, im Außen sein GLÜCK dauerhaft zu finden.

Bedenke stets, dass alles vergänglich ist; 
dann wirst du im Glück nicht zu fröhlich 
und im Leid nicht zu traurig sein. 
(von Sokrates)

Würde das GLÜCK tatsächlich außerhalb von uns selbst zu finden sein, wären doch zumindest alle reichen Menschen auf dieser Welt glücklich, doch dem ist eben bei weitem überhaupt nicht so – eher das Gegenteil trifft zu. Zudem müssten wir hier in Deutschland dann eines der glücklichsten Völker sein – trifft aber ebenfalls gar nicht zu.

Wenn man in dieses Glücks-Thema reinschnuppert, erkennt man sofort an der sehr hohen Anzahl von Büchern auf dem Markt, sowie all den Kursen im Internet oder auch den vielen angebotenen Seminaren, dass der Bedarf für diesen Bereich scheinbar sehr hoch ist.

Halte nie einen für glücklich,
der von äußeren Dingen abhängt.
(Seneca)

Schlüssel zum Glück

Heute habe ich die Erkenntnis darüber, dass der Schlüssel zum Glück ausschließlich in mir selbst und keinesfalls außerhalb von mir liegt. Im Grunde geht es nur darum, die Türe in sein Inneres aufschließen und zu durchleuchten. Das Glück hängt nicht davon ab, wer ich bin, oder was ich habe. Allein das WIE und WAS ich darüber denke, ist für mich essenziell.

Daher ist für mich der Bewusstseinszustand von sehr großer Bedeutung, um ein sogenanntes erfülltes und glückliches Leben leben zu können. Es hat auch sehr viel mit der Achtsamkeit (Aufmerksamkeit) zu tun, die ich den kleinsten oder unscheinbarsten Dinge zukommen lasse. Für mich ist Glück kein Zufall, sondern eine Einstellung zum Leben selbst. Daher verstehe ich Glück heute eher als mentale Einstellung gegenüber dem Moment – dem Hier und Jetzt.

Vielleicht suche ich das Glück viel zu weit weg. 
Es ist wie mit der Brille: ich sehe sie nicht, 
und dabei sitzt sie mir auf der Nase. 
So nahe! 
(Unbekannt)

Als ich aufgehört habe den Gemütszustand abzufragen und auch nicht mehr das Glück und seinen Gegenpart (die immer EINS sind) gedanklich bewertet habe, spielten beide keine große Rolle mehr für mich. Ich war einfach nur der Beobachter der Gedanken, die irgendwann einfach nur still wurden. Inzwischen ist mir klar, solange ich an Menschen und Gegenstände anhafte, oder festhalte, solange verspüre ich immer wieder aufs Neue das Gefühl von ‚unglücklich sein‘, denn nichts bleibt im stetigen Wandel für die Ewigkeit erhalten – Altes weicht Neuem.

Es hat übrigens gar nichts mit positivem Denken zu tun, denn davon halte ich ehrlich gesagt gar nichts. Es geht im Grunde darum, die Dinge sein zu lassen, wie sie im Moment eben sind – ohne diesen typischen Scan, der bewertet, analysiert und benennt und uns dann fast zeitgleich ein dazu passendes Gefühl vermittelt.

Wir geben den Worten oft viel zu viel Wert und Macht über unsere Gedanken und unsere Gefühlswelt. Aber wir sind weder unsere Gedanken, noch unser Gefühl. Es sind nur Worte in unserem Geist! Übrigens vergessen wir sehr gerne, dass es IMMER die zwei Seiten von ein und derselben Medaille gibt, da nichts ohne das andere existieren kann.

Streichen wir beispielsweise die Worte Glück und Unglück aus unserem Gedächtnis und auch die damit verbundenen Gefühle – was bleibt dann übrig? NICHTS! Wir leben dann in einem neutralen Zustand ohne Bewertung. Das ist Freiheit!

Es würde mich wirklich sehr freuen, wenn Du deine ganz persönlichen
Gedanken über das GLÜCK mit mir teilst.

Alles Liebe,
Lill ♥

9 Replies to “Glück – die Suche am falschen Ort”

  1. Ja, da erkenne ich mich doch ein Stück weit wieder. Man fühlt sich unglücklich, dann gönnt man sich halt etwas. Eigentlich braucht man es nicht, aber es gibt einem für einen kurzem Moment ein Glücksgefühl. Ein Stück weit bin ich da auch schon von weg. In einem bin ich zum Glück schon etwas weiter, was Andere von mir denken oder auch erwarten ist mir so ziemlich egal und das macht mich schon ein Stück weit glücklicher. Zudem finde ich, sich jeden Tag kurz mal in Erinnerung zu rufen was man alles Schönes hat, macht ziemlich glücklich. Bei mir ist das z.B. mein Töchterchen, meine grandiosen Freunde, ein schönes heim, einen Job den ich mag, Gesundheit und ja ich mag auch größtenteils mein Äußeres. Das mit der Liebe (hatten wir ja mal das Thema) steht auf einem andren Blatt! 😀
    Liebe Lill, ich wünsche dir ein traumhaftes Wochenende! LG, Michéle

    1. Liebe Michéle,
      erst einmal ganz lieben Dank für deinen Mut, Dich zu diesem Thema so ehrlich zu äußern. Darüber freue ich mich wirklich und bedeutet mir auch viel.

      Übrigens ist mir inzwischen auch völlig gleichgültig, was andere über mich denken – ist ja eh nicht persönlich gemeint und nur eine Spiegelung ihres Selbst.

      In Sachen Liebe und meine Erkenntnis dazu, werde ich vielleicht mal etwas schreiben, sollte ich eines Tages eventuell einen Impuls aus mir selbst bekommen 😉

      Alles erdenklich Liebe und ein wunderschönes Wochenende, Lill ♥

  2. Liebe Lill,
    ein sehr schöner Post, in dem ich mich zum Teil auch wieder finde. Das mit dem kaufen kenne ich auch, aber inzwischen, nach einer schweren Phase, bedeuten mir diese Konsumgüter nichts mehr, natürlich kaufe ich mir immer noch etwas, aber ich gehe nicht mehr auf Schnäppchenjagd und kaufe nur noch, was ich wirklich brauche. Das kann auch ein Hobby sein, wie das Lesen. Da habe ich mir kürzlich das Buch "Die Reise in den Westen" gekauft. Ein sehr gutes Buch und es macht Freude und trägt somit zum Glücklichsein bei, einfach weil ich dieses Buch lesen kann.
    Und Du hast recht, wenn Du sagst, dass das Glück in jedem selbst liegt. Eigentlich kann man das Streben nach Glück ganz sein lassen und einfach nur in sich gehen. Das Äußere und das ständige Nachdenken über die Umstände führt nicht zum Glück.
    Ich wünsche Dir ein wundervolles Wochenende.

    Viele liebe Grüße
    Wolfgang

    1. Lieber Wolfgang,
      vielen lieben Dank für deine Worte und die Ehrlichkeit. Auch bei mir entstand dieser Sinneswandel erst nach einer persönlichen, schweren Krise.

      Sehr schade, dass der Mensch durch seinen stetig quatschenden, plapperden Verstand oft erst in der Not oder durch Leid und Krankheit mehr zu sich selbst findet und erkennt.

      Alles Liebe und einen schönen Tag, Lill

  3. Liebe Lill,
    ein sehr interessanter Post ist das. Dem Glück hinterherzujagen bringt, glaube ich, wirklich nichts.Den Ist-Zustand als Glück zu empfinden versuche ich immer wieder, wenn mich zwischendurch mal der Gedanke einholt, dies oder jenes zum vollendeten Glück zu gebrauchen.
    Liebe Grüße,
    Christine

    1. Liebe Christine,
      großes Danke für deinen Besuch und deine Worte zum Glücks-Post ;o) Es ist schon toll und ein wunderbarer Schritt, wenn man es sich immer wieder einmal bei bestimmten Situationen ins Bewusstsein rufen kann. Da ist ja schon so einiges gewonnen.

      Einen wunderschönen Sonntagabend und Dir alles Liebe, Lill

  4. nichts von dem, was wir hoffen oder fürchten, geschieht. es geschieht nur was wir wollen. innerlich zur ruhe kommen und sich mit sich selbst aussöhnen wie man wirklich ist, trägt dazu bei, besser mit anderen auszukommen. das war mir im leben
    immer am wichtigsten. jede beziehung, egal welcher art, bereichert mein leben
    und prozesse als übungsfeld erkennen. ja, es stimmt, den wahren schatz tragen wir nur in uns selbst. und dann leuchten wir und erkennen das licht auch in anderen..

    1. Liebe Christina,
      ganz lieben Dank für deine Worte und diese wertvolle Sichtweise 🙂
      in Bezug auf das Glück. Es ist immer wieder sehr schön zu erkennen,
      das man nicht ALLEIN durch diese Prozesse geht, sondern das viele
      andere mit auf dem Weg sind zu erkennen.

      Alles Liebe für Dich, Lill ♥

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