Gedanken & Gefuehle - das innerliche Draengen

Gedanken & Gefühle – oft ein Drama auf der Leinwand

Gedanken & Gefühle – das innerliche Drängen

Ende des letzten Jahres begleiteten mich sehr häufig Gedanken & Gefühle, dass ich inzwischen nicht mehr in die dafür passende Worte fassen kann. Dies zeigte sich teilweise als eine große innerliche Unruhe, oder kam als eine unglaublich große Langweile daher. Nichts fühlte sich in diesen Tagen gut an, schon gar nicht mein gesundheitlicher Zustand – alles erschien mir wie ein innerliches Drängen etwas in meinem Leben zu verändern.

Zuerst konnte ich mit diesen Gefühlen nicht viel anfangen, da ich noch keine bestimmte Richtung erkannte. Daher ließ ich das innerliche Chaos einfach zu, ohne mich weiter ernsthaft damit zu beschäftigen. Ich wusste und vertraute darauf, dass ich ganz bestimmt eine Antwort bekommen würde – dann, wenn die Zeit dafür reif wäre.

Immer wieder aufs Neue bemerkte ich ein Gefühl der Enge in meinem Körper, so als würde das Innere zu klein für die äußerliche Schale sein. Mein Magen rebellierte und zog sich zusammen und am Ende gab es keine Stelle mehr, die nicht von Schmerz erfüllt war. Alles in meinem Inneren sträubte sich, so dass ich gar keinen klaren Kopf mehr für meinen Alltag hatte.

Es war, als suhle ich mich dabei in Selbstmitleid und mir erschien plötzlich alles wieder so sinnlos, wie schon einmal in meinem Leben. Immer häufiger machte es große Mühe, mich auf meine Mitmenschen und ihre Geschichten einzulassen.

Der Verstand meldet sich zu Wort

Da war der Moment gekommen, sich wieder völlig nach Innen zu wenden und sich all diese Gefühle sehr genau anzusehen, ohne etwas mit ihnen zu machen. Einfach nur tief ins Innere des Körpers hinein|fühlen, hinein|lauschen und hinein|sehen.

Schlagartig hat sich dabei der Ego-Verstand mit seinen typischen Einschüchterungsversuchen gemeldet. Dabei wurde er gar nicht dazu eingeladen, um an dieser stillen Sitzung teilzunehmen. Aber das war dem Ego-Verstand völlig egal und er versuchte ungefragt seinen Senf dazu abzugeben mit Worten wie:
  • bist einfach stinkfaul
  • weißt sowieso nicht was du willst
  • bist ohne Job keinen Pfifferling wert
  • bekommst das sowieso nicht in die Reihe
  • kommst aus dem tiefen Loch eh nicht mehr raus
  • bist selbst schuld und hast es nicht anders verdient

All diese Sätze und noch weitere, die als Gedanken mit einer Endlosschleife durch meinen Kopf gingen, waren mir in diesem Augenblick nicht sonderlich neu. Ein ganz alter Hut! Ein altes Spiel! Im Grunde habe ich sie zu einem großen Teil schon seit meiner Kindheit als Gepäck durch mein Leben mitgeschleppt.

Zuschauer des Drama auf der Leinwand

Gerade dadurch, dass ich solche Sprüche schon oft in meinem Leben gehört hatte und auch schon einmal vor Jahren in eine Depression fiel, nahm ich es als eine Chance an. Besser es als eine Lektion für mich annehmen, anstatt in all den Gedanken nur Fehler zu sehen und zu analysieren.

So setzte ich mich auf den Balkon und ließ meinen Blick hinauf in den bewölkten Himmel wandern. Dabei verfolgte ich erneut jeden einzelnen Gedanken der mir in den Kopf kam, ohne ihm eine Bedeutung zu schenken – so völlig frei von jeglicher Bewertung. So zogen am Anfang unzählige Gedanken vorbei, ähnlich den grauen Wolken über mir, nur viel schneller. Doch je länger ich einfach nur der Zuschauer des gerade ablaufenden Films der Gedanken war, desto langsamer und weniger wurden sie schließlich.

Als das Gedanken-Karusell tatsächlich ein Ende hatte, ging ich etwas durchgefroren wieder ins warme Büro zurück und musste dabei erst einmal laut lachen. Denn prompt schoss es mir durch den Kopf: „Was für ein bescheuerter Film! Ein Drama auf der Leinwand und schon so alt – es kommen ständig nur Wiederholungen. Die Vergangenheit pur, mit all ihren schlechten Erfahrungen. Aber nicht mit mir – dem Zuschauer!“

Von da an bis zum heutigen Tag bin ich immer wieder einfach nur der Zuschauer meiner Gedanken und Gefühle. Aus diesen Filmen vom Genre ‚Drama‘ sind zwischenzeitlich nur noch kurze Filmausschnitte zu sehen, die inzwischen nach wenigen Sekunden wieder ein Ende finden.

Intuition – oder das Herz hören und fühlen

Wenige Wochen später war es dann klar und deutlich zu erkennen, was mich wirklich innerlich antreibt und wofür mein Herz immer wieder aufs Neue brennt – die Freiheit in vollen Zügen zu genießen, ganz AL GUSTO.

Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen,
wird am Ende beides verlieren.
(Benjamin Franklin)

Einfach weg von dem äußerlichen Druck und diesem perfekt sein wollen um jeden Preis. Hin zu echt sein und einfach machen, was spontan in den Sinn kommt und wozu man sich innerlich auch wirklich spürbar hingezogen fühlt.

Ich habe keine Lust mehr auf noch mehr Werden und noch mehr Wollen und auf die ständige Optimierung. Es ist JETZT der richtige Moment einfach SEIN können, was ICH BIN.

Die Vergangenheit ruhen lassen, denn dort be|finde ich mich nicht. JETZT LEBEN und der Zukunft mit Themen wie der Altersarmut oder diesen unsinnigen ‚Was wäre wenn…‘ Fragen nicht mehr diese große Bedeutung geben. Denn Zukunft heißt oft, etwas erst einmal in den Warte-Modus zu schieben, was vielleicht niemals eintrifft.

Jetzt – genau in diesem Moment, wo ich gerade dabei bin diese Worte aufzuschreiben, spüre ich ein sehr schönes wärmendes Gefühl und Energie pur  – und mir wird klar, diese Entscheidung ist die richtige Wahl.

Das Leben geht aus deinen Absichten hervor.
Das ist der Treibstoff, der den Motor der Schöpfung in deinem Leben antreibt.
(Neale Donald Walsch)

Alles Liebe,
Lill ♥

4 Replies to “Gedanken & Gefühle – oft ein Drama auf der Leinwand”

  1. Liebe Lill,

    Du kennst vielleicht Joe Dispenza, jener Wissenschaftler, der alte Weisheitslehren mit moderner Wissenschaft zusammenbringt und der neurobiologisch genau die Geschichte, die Du erklärst, beschreibt.

    Es gibt nur einen Ausweg aus den Dramen – nämlich aussteigen und Zuschauer, Beobachter werden. Und vom Platz im Saal auf die Bühne zu sehen, bekommt die ganze Szenerie fast schon etwas lächerliches. Klar, für den Verstand fast sein Untergang, aber er nützt in diesen Fällen ja ohnehin nicht.

    Ich habe das Sollen/Müssen/Besser/Weiter schon seit längerem hinter mir gelassen, und wenn ich wieder mal einsteige, dann just for fun.

    Der Platz auf dem Balkon vor Deinem Büro – das ist ein sehr schönes Bild für Freiheit, die Dich antreibt und mich ebenso. Und da lasse ich mich gerne antreiben, denn nichts fühlt sich besser an.

    Alles Liebe
    Veronika

    1. Liebe Veronika,
      ganz vielen lieben Dank für deine Worte zu diesem Thema – bedeutet mir sehr viel. Ich habe den Namen Joe Dispenza tatsächlich schon gehört, doch bisher ist mir von ihm noch nichts zum Lesen in die Hände gefallen.
      Für mich ist es so wundervoll, wenn ich von anderen lieben Seelen lesen darf, dass sie jene Dramen und Geschichten kennen, die unser Kritiker im Kopf da so fabriziert.

      Ganz lieben Dank und Dir einen wunderschönen Tag,
      alles Liebe, Lill ♥

  2. Liebe Lill,
    alles, was Du schreibst kommt mir sehr bekannt vor, fast hätte ich leider geschrieben, denn schön ist es nun wirklich nicht. Ich habe ganz ähnliches erlebt und habe jetzt auch einen Weg gefunden mit der Vergangenheit klar zu kommen und damit auch im hier und jetzt an zu kommen.
    Mir hilft das Bloggen übrigens, weil es für mich sinnvoll ist und ich endlich etwas tue, was ich eigentlich schon immer wollte, von dem ich aber auch immer dachte, ich habe nicht die Zeit dafür. Aber wenn ich jetzt nicht anfange, wann denn dann?
    Joe Dispenza kenne ich. Ich habe das Buch "Du bist das Placebo" von ihm gelesen. Meiner Meinung nach ein sehr interessantes und gutes Buch.
    Ich drücke Dir jedenfalls die Daumen.

    Viele liebe Grüße
    Wolfgang

    1. Lieber Wolfgang,
      auch Dir meinen Dank für deine Worte. Nachdem Du und auch Veronika nun beide das Buch von Joe Dispenza erwähnt habt (ein Zeichen mit dem Zaunpfahl) *lach*, wollte ich es jetzt wissen ;o) und habe die Leseprobe von dem Buch "Du bist das Placebo" gefunden. Werde ich mir gleich bei einer Tasse Kaffee durchlesen. Mal sehen ob danach der innerliche Funke überspringt und das Buch tatsächlich per Bestellung zu mir möchte.

      Viele liebe Grüße und einen schönen Abend, Lill

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